
Runen und Tarotkarten
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Gefütterte Brokat-Tasche
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Runen-Set
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Set mit 25 Hematit-Runen
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Set mit 25 Karneol-Runen
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Set mit 25 Runen aus Bergkristall
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Symbolisches Tarot von Oswald Wirth
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Tarot de Marseille
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Tarot de Marseille Mary Packard
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Tarot de Marseille von Colette Silvestre
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Tarot der 78 Tore
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Tarot der fünf Elemente
Runen und Tarot: zwei belegte Wahrsagesysteme, zwei unterschiedliche materielle Anforderungen
Runen und Tarotkarten teilen sich zwar das Regal, haben aber nur ihre Verwendung zur Wahrsagung gemeinsam. Runen sind taktile Objekte: Man zieht sie aus einem Beutel, legt sie flach hin und dreht sie blind um. Das Material ist entscheidend für die Haltbarkeit, die Haptik und die Lesbarkeit der eingravierten Symbole. Tarot ist ein visuelles Werkzeug: Das Papiergewicht, die Druckqualität und die Oberflächenbeschaffenheit bestimmen direkt die Lesbarkeit der Bilder und die Haltbarkeit der Karten in den Händen im Laufe der Jahre. Wer seine Wahl allein aufgrund des Aussehens trifft, bereut seinen Kauf oft schon beim ersten Mischen.
Runen: Geschichte, Materialien und Maße, die man vor dem Kauf kennen sollte
Das in der Wahrsagerei am häufigsten verwendete Runenalphabet ist das Ältere Futhark, 24 Zeichen, die in germanischen Inschriften ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. dokumentiert sind. Die ersten Beschreibungen runischer Praktiken mit mantischem Charakter finden sich bei Tacitus in der Germania (98 n. Chr.), der Verfahren zum Ziehen von auf Holzzweigen eingravierten Zeichen beschreibt, ohne die Runen ausdrücklich zu nennen. Die ältesten skandinavischen Runensteine stammen aus dem 3. bis 4. Jahrhundert. Das Jüngere Futhark mit 16 Runen entwickelte sich während der Wikingerzeit (8.–11. Jahrhundert) und wird in der heutigen Wahrsagung weniger häufig verwendet als das Ältere Futhark. Dieser nachprüfbare historische Kontext sollte beim Kauf als Orientierung dienen: Ein Set, das mit Verweisen auf das „alte Ägypten“ oder die „keltischen Druiden“ verkauft wird, ist ein kommerzieller Anachronismus und keine Garantie für Authentizität.
Runen-Sets werden aus vier Hauptmaterialien hergestellt. Naturstein (hyaliner Quarz, schwarzer Obsidian, Amethyst, roter Jaspis) bietet maximale Haltbarkeit und ein Gewicht von 3 bis 8 Gramm pro Rune, je nach Größe. Ein komplettes Set aus 24 Runen aus hyalinem Quarz (SiO₂, Mohs-Härte 7, trigonales System) mit einer Größe von 2,5 bis 3 cm wiegt je nach Dicke der Steine zwischen 70 und 180 Gramm. Die Gravur erfolgt entweder durch Laserschneiden (präzise, gleichmäßige, reproduzierbare Linien) oder von Hand mit einem Diamantwerkzeug (leicht unregelmäßig, was ein Zeichen echter Handwerkskunst ist). Die Runen aus Holz, meist Buche oder Eiche mit einer Größe von 3 bis 4 cm, werden mit einem Meißel graviert oder mit einem Brandmalstift eingebrannt. Sie eignen sich für Praktizierende, die ein leichtes Medium bevorzugen (1 bis 3 Gramm pro Stück). Die farbigen Harzrunen, die unter Bezeichnungen wie „synthetischer Mondstein“ oder „rekonstituierter Kristall“ verkauft werden, sind Dekorationsgegenstände: Das blaue Epoxidharz ist kein Labradorit (Kalk-Natrium-Feldspat, triklinisches System, Härte 6 bis 6,5 nach Mohs, Labradorisierung durch interne Exsolutionslamellen), und ein seriöser Verkäufer weist in der Produktbeschreibung deutlich darauf hin.
- Größe der Stücke: zwischen 2 und 4 cm, damit sie bequem in einem Stoffbeutel gehandhabt werden können, ohne hinzuschauen. Unter 1,8 cm sind die Symbole mit bloßem Auge nur schwer schnell zu erkennen.
- Gravurtiefe: mindestens 0,5 mm, um das Symbol von einem einfachen Kratzer zu unterscheiden. Auf dunklem Stein (Obsidian, roter Jaspis) ist eine weiße oder goldene Füllfarbe für die Lesbarkeit bei normalem Umgebungslicht unerlässlich.
- Aufbewahrungstasche: Samt, Leder oder dicke Baumwolle mit festem Verschlussband. Ein Gummiband gibt nach einigen Monaten des täglichen Gebrauchs nach. Synthetischer Samt schützt polierte Oberflächen besser als dünne Baumwolle.
Das Tarot: Systeme, Grammatur und Veredelungen, die den Unterschied ausmachen
Das westliche Wahrsagetarot hat seinen dokumentierten Ursprung im Norditalien des 15. Jahrhunderts. Das Visconti-Sforza-Spiel, datiert um 1450, ist eines der ersten strukturierten Kartensätze, das Große Arkanen enthält, die denen des heutigen Tarots ähneln. Das Tarot von Marseille wurde zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert durch mehrere aufeinanderfolgende Drucker kodifiziert, darunter Nicolas Conver im Jahr 1760, dessen Version bis heute als typografischer Maßstab gilt. Die Vorstellung eines antiken ägyptischen Ursprungs ist eine Erfindung des 18. Jahrhunderts, die 1781 von Antoine Court de Gébelin populär gemacht und seitdem von der Geschichtswissenschaft widerlegt wurde. Die Kenntnis dieser Chronologie verhindert, dass man ein „von den Pharaonen inspiriertes“ Kartenspiel kauft, in der Annahme, ein historisch fundiertes, auf antiken Quellen basierendes Wahrsagesystem zu erwerben.
Die drei vorherrschenden Systeme in der zeitgenössischen Wahrsagerei sind das Tarot de Marseille (78 Karten, kodifizierte geometrische Ikonografie, überwiegend frankophone Tradition), das Rider-Waite-Tarot (78 Karten, 1909 von Pamela Colman Smith illustriert, Grundlage der meisten modernen illustrierten Kartensätze) und das Thoth-Tarot (Aleister Crowley und Lady Frieda Harris, 1944, mit einem expliziten kabbalistischen und astrologischen System). Die Bedeutungen der Karten decken sich nicht genau von einem System zum anderen: Wenn man das Lernen mit einem System beginnt und dann auf halbem Weg wechselt, verlängert sich die Arbeit der symbolischen Integration. Die Kohärenz des gewählten Systems hat Vorrang vor der momentanen visuellen Anziehungskraft.
In materieller Hinsicht ist das Papiergewicht das wichtigste Kaufkriterium für ein Tarot. Ein Kartenspiel mit 280–320 g/m² und einer matt oder halbmatten Laminierung hält mehrere Jahre täglicher Mischungen stand, ohne sich zu wellen oder vorzeitig an den Kanten abzunutzen. Unter 240 g/m² wellen sich die Karten bei Feuchtigkeit und die Kanten beschädigen sich nach einigen hundert Mischvorgängen. Die glatte, glänzende Oberfläche ist fotogen, liegt aber rutschig in der Hand und ist anfällig für Fingerabdrücke. Abgerundete Ecken mit einem Radius von 3 mm reduzieren Knicke an den Ecken. Die Standardmaße für Tarotkarten (70 x 120 mm) ermöglichen das Mischen mit beiden Händen nach klassischen Techniken. Die Mini-Formate (45 x 80 mm) sind handlich, lassen sich jedoch für erwachsene Hände mit Standardgröße nur schwer richtig mischen.
Was das Begleitheft über die redaktionelle Qualität eines Kartenspiels verrät
Ein 16- bis 32-seitiges Heft in Schriftgröße 8 auf grauem Recyclingpapier ist eine kostengünstige Produktion: Die Bedeutungen sind auf ein Minimum reduziert und stammen oft aus einer maschinellen Übersetzung aus dem Englischen. Ein Hardcover-Buch mit 100 oder mehr Seiten, verfasst vom Autor oder Illustrator des Kartenspiels, zeugt von einer echten redaktionellen Absicht. Für einen Anfänger bestimmt der Umfang des Begleithefts die Selbstständigkeit beim Lernen. Ein erfahrener Spieler, der mit einer eigenen Referenzbibliothek arbeitet, kann ein Spiel ohne umfangreiches Begleitheft kaufen, ohne dass dies funktionale Einbußen mit sich bringt. Große Fachverlage wie Lo Scarabeo (Turin), U.S. Games Systems (Connecticut) oder Fournier (Vitoria) bieten Spiele an, deren Druckqualität kontrolliert ist: sattes Schwarz, scharfe Kontraste, präzise aufgebrachte Goldprägungen, sofern vorhanden. Ein Spiel, das in minderwertiger Digitaldruckqualität mit graustichigem Schwarz und unscharfen Konturen gedruckt wurde, ist schon auf den ersten Blick zu erkennen, selbst auf einem ansprechenden Produktfoto.
Runen oder Tarot für den Einstieg: eine Frage der Beziehung zum Symbol
Die Wahl zwischen Runen und Tarot für den Einstieg in die Wahrsagerei hängt weniger von einer geheimnisvollen Affinität ab als von einer konkreten Frage: Bevorzugen Sie es, mit einem begrenzten Alphabet von 24 Zeichen zu arbeiten, deren individuelle Bedeutung und Kombinationen Sie lernen müssen, oder mit einem System aus 78 Karten, deren Erlernen über Bilder und symbolische Assoziationen erfolgt? Runen erfordern anfangs ein konzentrierteres Auswendiglernen, bieten aber einen klarer abgegrenzten Bedeutungsschatz. Das Tarot bietet dank der Illustrationen einen intuitiveren Einstieg, doch die Tiefe des Systems lässt sich erst nach Jahren ernsthaft erfassen. Beide Praktiken sind dokumentiert, werden gelehrt und verfügen über eine solide Fachliteratur. Keine von beiden erfordert eine besondere Veranlagung: Sie erfordern Zeit und Werkzeuge von ausreichender Qualität, um nicht gegen das Material ankämpfen zu müssen.






















