
Klangschalen und Zubehör
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Tibetische Klangschale mit „Om“-Gravur
Tibetische Klangschalen und Kristallschalen: Technischer Einkaufsführer
Eine Klangschale funktioniert nach einem direkten akustischen Prinzip: Die Reibung eines Schlägels am oberen Rand erzeugt Obertöne durch die kontinuierliche Schwingung der Metall- oder geschmolzenen Glaswand. Die erzeugte Frequenz hängt vom Durchmesser, der Wandstärke und dem Material ab. Eine 12 cm große Schale aus Bronze erzeugt je nach Wandstärke eine Eigenfrequenz von etwa 400 bis 500 Hz; eine 25 cm große Schale sinkt leicht unter 200 Hz. Dieses Verhältnis von Größe zu Frequenz ist das wichtigste Kaufkriterium für alle, die Klangschalen in der instrumentalen Klangpraxis einsetzen, sei es zur Begleitung von Meditation, in der Geobiologie oder bei der persönlichen Erforschung der Traditionen der Klangtherapie, die im Westen seit den 1990er Jahren dokumentiert sind.
Handgehämmerte tibetische Klangschalen versus gegossene Klangschalen: die entscheidenden Unterschiede
Die in Nepal hergestellten tibetischen Klangschalen lassen sich in zwei unterschiedliche Herstellungsarten unterteilen. Die handgehämmerten Schalen (hand-hammered) werden aus einer auf eine Form gehämmerten Metallplatte geschmiedet, wodurch eine mit bloßem Auge sichtbare, leicht unregelmäßige Oberfläche entsteht. Diese Unregelmäßigkeit erzeugt mehrere gleichzeitige Obertöne: Die Schale gibt keine einzelne Frequenz ab, sondern eine Überlagerung von Klängen, die sich mit zunehmender Reibung verdichtet. Gegossene Schalen (cast) werden im Gussverfahren hergestellt; ihre Wand ist gleichmäßiger, der Klang reiner, aber weniger reich an sekundären Obertönen. Für den Einsatz als Klangbegleitung oder in der Meditationspraxis werden handgehämmerte Schalen von erfahrenen Praktizierenden aufgrund dieser harmonischen Dichte im Allgemeinen bevorzugt.
Die sogenannte „7-Metall-Legierung“ (panchadhatu) traditioneller tibetischer Klangschalen basiert auf einer Zusammensetzung aus hauptsächlich Bronze, also Kupfer und Zinn, mit etwa 70 bis 80 % Kupfer, ergänzt durch Spuren von Zink und Eisen, je nach Werkstatt. Moderne industrielle Fertigungen verwenden meist Messing (Kupfer und Zink) oder Standard-Zweikomponentenbronze. Eine Messing-Klangschale klingt anders als eine dreikomponentige Bronzeschale: Die Dichte und die elastische Steifigkeit der Legierung bestimmen die Resonanzdauer, also die Abklingzeit oder decay time. Produktbeschreibungen, die von einer „heiligen 7-Metall-Legierung“ sprechen, ohne die tatsächliche Zusammensetzung anzugeben, sind eine Marketingformel und keine technische Information, die einen Produktvergleich ermöglicht.
Auswahl von Größe und Gewicht einer Klangschale je nach Verwendungszweck
Für den individuellen Gebrauch auf einem Tisch bietet eine Schale mit einem Durchmesser von 14 bis 18 cm und einem Gewicht von 600 bis 900 Gramm einen guten Kompromiss zwischen Handhabbarkeit und Klangprojektion. Schalen mit weniger als 10 cm Durchmesser (100 bis 250 Gramm) sind tragbar und praktisch für unterwegs, aber ihre hohe Frequenz und ihr kurzes Ausklingen machen sie für eine längere Grundpraxis weniger geeignet. Große Schalen von 22 bis 30 cm (1.200 bis 2.500 Gramm) sind Instrumente für Gruppen oder die Bühne: Ihr Klang breitet sich im offenen Raum aus, aber es ist schwierig, sie ohne vorheriges Training kontinuierlich mit der Hand zu reiben.
Der Schlägel ist ebenso entscheidend wie die Klangschale selbst. Ein Schlägel mit Filzkopf schlägt auf das Metall und erzeugt einen klaren Klang bei direktem Anschlag (striking); ein mit Leder oder Stoff ummantelter Schlägel dient der Reibung am Außenrand, um einen anhaltenden Klang zu erzeugen (singing). Die Härte und der Durchmesser des Schlägelkopfes beeinflussen die Klangfarbe: Ein harter Kopf betont die hohen Obertöne, ein weicher Kopf begünstigt die tiefen Grundtöne. Die mit den Einsteigermodellen mitgelieferten Schlägel sind selten für den regelmäßigen Gebrauch geeignet; die Investition in einen separaten, hochwertigen Schlägel verbessert den Klang jedes Instruments erheblich.
Klangschalen aus Quarzkristall: tatsächliche Zusammensetzung und akustische Eigenschaften
Die sogenannten „Kristallschalen“ sind nicht aus natürlichem Quarzkristall (SiO₂, trigonales System, Mohs-Härte 7, Dichte 2,65) geschliffen. Sie werden aus Quarzpulver hergestellt, das bei sehr hohen Temperaturen geschmolzen wird (Reinheit 99,99 % SiO₂) und durch Zentrifugieren in Schalenform gegossen wird. Das Ergebnis ist ein Quarzglas, kein Kristall im kristallographischen Sinne, doch die chemische Zusammensetzung bleibt SiO₂. Auf dem Markt sind zwei Ausführungen erhältlich: matt (frosted, mattierte Wand) und klar (clear, polierte, transparente Wand). Der Klang einer Quarzkristallschale unterscheidet sich deutlich von dem einer Metallschale: sehr langes Ausklingen, dominante Grundfrequenz mit wenigen komplexen Obertönen, intensivere Schwingungsübertragung durch physischen Kontakt mit der Haut als bei Metall.
Hochwertige Kristallschalen werden auf eine bestimmte Tonhöhe gestimmt verkauft (C, D, E, F, G, A, B in der angelsächsischen Notation, entsprechend Do, Ré, Mi, Fa, Sol, La, Si). Die Stimmung auf 432 Hz oder 440 Hz ist bei seriösen Produkten angegeben. Gemäß den in der instrumentalen Klangtherapie entwickelten Praktiken wird jeder Ton einem bestimmten Körperbereich oder Bewusstseinszustand zugeordnet, doch diese Zuordnungen stammen aus symbolischen Systemen und nicht aus validierten klinischen Protokollen: Sie werden als solche dargestellt, nicht anders.
Kissen, Schlägel und Zubehör: Was Sie benötigen
- Stützkissen: unverzichtbar für Schalen mit einem Durchmesser von mehr als 15 cm, da es störende Schwingungen verhindert, die von der Auflagefläche übertragen werden. Der Durchmesser des Kissens sollte 60 bis 70 % des Schalendurchmessers betragen. Ein zu kleines Kissen lässt die Schale schwingen und unterbricht die Obertöne während der Resonanz. Füllung aus Baumwolle oder Kapok, bestickter Haltering zur Stabilisierung der Schale durch Reibung.
- Tragetasche: aus dicker Baumwolle oder dickem Filz, schützt die Außenoberfläche beim Transport. Gehämmerte Bronzeschalen sind stoßfester als gegossene Schalen und deutlich widerstandsfähiger als Quarzkristallschalen, die schon beim geringsten Aufprall auf eine harte Oberfläche Risse bekommen können.
Die Pflege einer tibetischen Metallschale ist einfach: Nach dem Gebrauch mit einem trockenen Tuch abwischen, keine scheuernden Chemikalien verwenden. Die Patina, die sich nach und nach auf alten, gehämmerten Schalen bildet, ist eine stabile Oxidation der Bronze oder des Messings; sie beeinträchtigt die akustischen Eigenschaften nicht. Quarzkristallschalen reagieren empfindlich auf thermische und mechanische Stöße: Stellen Sie eine kalte Schale nicht auf eine heiße Oberfläche und schlagen Sie niemals zwei Kristallschalen gegeneinander. Kalkablagerungen an der Innenwand einer klaren Schale lassen sich mit leicht essighaltigem Wasser entfernen; Staub auf einer mattierten Schale beeinträchtigt den Klang nicht, ist aber bei seitlichem Lichteinfall sichtbar.
Für den ersten Kauf ist eine gehämmerte tibetische Bronzeschale von 14 bis 16 cm, die mit zwei Schlägeln (einem zum Anschlagen, einem zum Reiben) und einem Kissen mit passendem Durchmesser geliefert wird, die vielseitigste Konfiguration, bevor man sich auf große, tiefe Formate oder auf eine bestimmte Frequenz abgestimmte Kristallschalen spezialisiert.












