
Howlith
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Natürlicher Howlith: Mineralogie eines wenig bekannten Borats
Howlith ist ein Calciumborat-Mineral mit der chemischen Formel Ca₂B₅SiO₉(OH)₅, das im monoklinen System kristallisiert. Seine Mohs-Härte beträgt 3,5, was ihn zu einem relativ weichen Stein macht, der kratz- und stoßempfindlich ist. Seine Dichte liegt zwischen 2,53 und 2,59 g/cm³. Er kommt meist in Form von massiven, blütenförmigen Knollen vor, die cremeweiß bis grauweiß sind und von charakteristischen dunkelgrauen bis schwarzen Adern durchzogen sind, die auf das Vorhandensein von Manganoxiden oder Zinnober in der umgebenden Matrix zurückzuführen sind. Seine Oberfläche weist je nach Poliergrad einen subglasigen bis matten Glanz auf. Dieses Mineral wurde erstmals 1868 vom kanadischen Geologen und Chemiker Henry How beschrieben, der die ersten Vorkommen in Nova Scotia, Kanada, entdeckte. Die heutigen kommerziellen Quellen stammen hauptsächlich aus Kalifornien (USA), der Türkei, Serbien und Mexiko.
Gefärbter Howlith: Erkennen von Türkisimitationen
Die hohe natürliche Porosität des Howlits macht ihn zum weltweit am häufigsten verwendeten Material für Türkisimitate auf dem Edelsteinmarkt. Ein türkisblau oder grün gefärbter Howlith, als Cabochon geschliffen oder zu Perlen verarbeitet, ist für einen Laien optisch kaum von echtem Türkis zu unterscheiden, insbesondere nach einer Oberflächenbehandlung mit Wachs oder Harz. Es gibt mehrere Tests, um die beiden zu unterscheiden: zunächst die Härte, wobei Türkis auf der Mohs-Skala 5 bis 6 erreicht, Howlith hingegen nur 3,5; eine Stahlnadel zerkratzt den Howlith leicht an einer nicht sichtbaren Stelle, ohne den Türkis zu beschädigen; dann Aceton, das die Färbung auf einem gefärbten Howlith nach wenigen Sekunden Kontakt mit einem Wattebausch teilweise auflöst, während ein natürlicher Türkis davon unberührt bleibt. Ein seriöser Verkäufer gibt stets an, ob es sich bei dem Stück um natürlichen weißen Howlith, gefärbten Howlith oder komprimierten Howlith-Rekonstitut (mit Harz gebundenes Howlith-Pulver) handelt. Diese drei Formen haben weder denselben Selbstkostenpreis noch dieselbe Haltbarkeit: Die Färbung eines gefärbten Howlits verblasst allmählich durch den Kontakt mit Schweiß, Sonne und Kosmetika, was bei einem natürlichen Türkis von guter Qualität nicht der Fall ist.
Pflege von Howlith: Vorsichtsmaßnahmen aufgrund der Porosität und Härte
Die Porosität des Howlits erfordert besondere Pflegehinweise. Die Reinigung mit lauwarmem Seifenwasser und einem weichen Tuch ist ausreichend; vermeiden Sie abrasives Bürsten und längeres Einweichen, da dies die Maserung schwächen und bei einem gefärbten Stück den Farbverlust beschleunigen kann. Säurehaltige Produkte sind zu vermeiden: Borate reagieren empfindlich auf Säure. Bewahren Sie Howlith in einem Stoffbeutel getrennt von Ihren anderen Mineralien auf, da er aufgrund seiner Härte von 3,5 anfällig für Kratzer ist, wenn er mit härteren Steinen wie Quarz (7) oder Granat (6,5 bis 7,5) in Kontakt kommt. Bei gefärbten Stücken, die als Schmuck getragen werden, verlängert das Ablegen vor dem Duschen, Baden und Sport die Farbhomogenität erheblich.
Weißer Howlith und Steinheilkunde: Unterscheidung zwischen dokumentierter und traditioneller Anwendung
In der Lithotherapie wird weißer Howlith traditionell mit der Regulierung emotionaler Zustände in Verbindung gebracht, genauer gesagt mit der Beruhigung impulsiver Reaktionen. Nach Ansicht der Praktiker dieser Disziplin wird er getragen oder in Kontakt mit dem Körper gebracht, um in Stresssituationen eine Verlangsamung der automatischen Reaktionen zu fördern. Diese Anwendungen entstammen einer Tradition symbolischer Anwendung und beruhen auf keiner validierten klinischen Studie; sie werden hier als kulturelle Angaben und nicht als medizinische Fakten erwähnt. Was sich mit Sicherheit sagen lässt: Sein relativ geringes Gewicht (Dichte 2,53–2,59), seine nach dem Polieren weiche Haptik und seine mattweiße Farbe machen ihn zu einem Mineral, das sich in der Meditationspraxis angenehm handhaben lässt, was zu einem Effekt der Aufmerksamkeitsfokussierung beitragen kann, den Achtsamkeitsmeditierende mit verschiedenen taktilen Hilfsmitteln nutzen. Einige Radiästheten verwenden zu einem Pendel geschliffenen Howlith für sogenannte „Emotionsarbeit“-Sitzungen, eine Anwendung, die stärker von der physikalischen Kalibrierung des Pendels als von seiner mineralogischen Zusammensetzung abhängt. Ein Howlith-Pendel mit einem Gewicht zwischen 10 und 15 Gramm, einer konischen Spitze von 25 mm und einer 12 bis 15 cm langen Kette aus Edelstahl weist eine Schwingungsfrequenz auf, die für den regelmäßigen Gebrauch geeignet ist.
Auswahl eines hochwertigen Howlits: konkrete Kaufkriterien
Bei einem naturbelassenen, ungefärbten Howlith sind die Auswahlkriterien die Klarheit der grauen Adern auf weißem Hintergrund, das Fehlen von mit bloßem Auge sichtbaren porösen Stellen auf den polierten Oberflächen sowie die Gleichmäßigkeit der Politur ohne übermäßige Harzschicht. Bei gefärbtem Howlith ist die Eindringtiefe der Färbung ein Qualitätsindikator: Eine oberflächliche Färbung zeigt einen weißen Schimmer unter den Kanten der Perlen oder Cabochons; eine tiefe Färbung, die durch längeres Einweichen erzielt wird, weist eine gleichmäßige Färbung bis ins Innere auf, die an den Querschnitten sichtbar ist. Die Originaldokumentation ist ein entscheidendes Kriterium: Ein Lieferant, der das Herkunftsland, die Rohform des Steins vor dem Schleifen und die genaue Art einer eventuellen Behandlung angibt, bietet seriöse Garantien hinsichtlich der Rückverfolgbarkeit. Angemessene Preise für ungefärbte, natürliche weiße Howlithperlen von 8 mm liegen je nach Qualität der Bohrung und Politur zwischen 2 und 5 Euro pro 10er-Packung.
- Natürlicher weißer Howlith: Ca₂B₅SiO₉(OH)₅, monoklin, Härte 3,5, Dichte 2,53–2,59, natürliche graue/schwarze Adern, Herkunft: Kanada, Kalifornien, Türkei, Serbien, Mexiko
- Türkis- oder grün gefärbter Howlith: Identifizierung durch Aceton- oder Härtetest, oberflächliche oder tiefgehende Färbung je nach Qualität, fortschreitende Verfärbung bei Kontakt mit Schweiß und Sonneneinstrahlung
- Pflege: lauwarmes, säurefreies Wasser, kein längeres Einweichen, getrennte Aufbewahrung von harten Steinen, vor dem Baden abnehmen bei gefärbten Stücken
